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Franz Exner
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Franz Exner (* 9. August 1881 in Wien; â 1. Oktober 1947 in MĂźnchen) war ein Ăśsterreichisch-deutscher Kriminologe und Strafrechtler. Er zählte neben Edmund Mezger, Hans von Hentig und Gustav Aschaffenburg während der Weimarer Republik und zur Zeit des Nationalsozialismus zu den maĂgeblichen Vertretern der deutschsprachigen Kriminologie. Zur Zeit der Weimarer Republik erbrachte Exner Pionierleistungen im Bereich der deutschsprachigen Kriminalsoziologie, indem er das Forschungsfeld der Kriminologie von der bloĂen Beschäftigung mit dem Täter auf die empirische Untersuchung der Institutionen und Personen des Kriminaljustizsystems und auf die Untersuchung der in der Gesellschaft verbreiteten Vorstellungen von Kriminalität ausdehnte. Umstritten sind hingegen bis heute das AusmaĂ seiner Annäherungen an die NS-Ideologie und das AusmaĂ seiner Verstrickungen innerhalb der Kriminalbiologie zur Zeit des Nationalsozialismus. Mit einem Gutachten war Exner 1943 unter anderem an der Vorbereitung des sogenannten Gemeinschaftsfremdengesetzes beteiligt, auch wenn der Umfang seiner Beteiligung nach wie vor Gegenstand wissenschaftlicher Kontroversen ist.
Contents
⢠Leben
⢠Werk
⢠Ăberblick
⢠Schriften
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Leben
Kindheit und Jugend, Privatleben
Exner stammte aus einer Gelehrtenfamilie. Seinen Vater Adolf Exner, Rechtsprofessor (1841â1894), und dessen Schwester Marie Exner (Mutter des Zoologen und Nobelpreisträgers Karl von Frisch) verband eine tiefe Freundschaft mit Gottfried Keller.cite-ref-1[1] Sein GroĂvater Franz Serafin Exner, Philosophieprofessor in Wien, war ein bedeutender Ăśsterreichischer Schulreformer.
Nachdem er in seinen ersten vier Schuljahren privat unterrichtet worden war, besuchte Exner das Schottengymnasium in Wien, das er im Jahre 1900 mit der Matura abschloss.cite-ref-2[2] Nach einem freiwilligen Jahr beim Ăśsterreich-ungarischen Militär studierte Exner in Wien und Heidelberg Rechtswissenschaften. Er beendete sein Studium nach den damals in Ăsterreich Ăźblichen drei StaatsprĂźfungen im Jahre 1906 mit der dritten (der sogenannten staatswissenschaftlichen StaatsprĂźfung) und, noch im gleichen Jahr, mit der Promotion zum Dr. jur.cite-ref-3[3] Hieran schloss sich direkt Franz Exners Referendarzeit an, in der er als Anwärter auf das Richteramt in Wien erste praktische Erfahrungen sammeln konnte. Noch während des Referendariats lieĂ er sich von diesem fĂźr einen einjährigen Studienaufenthalt (1907â1908) zwecks wissenschaftlicher Arbeit am Kriminalistischen Seminar des Strafrechtsreformers Franz von Liszt an der Berliner Universität beurlauben.
1910 heiratete Franz Exner Marianne Freiin von Wieser, die Tochter eines Ăśsterreichischen Professors und Handelsministers. Zwei Kinder, Adolf (1911â1941) und Nora (verh. von Braun, geb. 1914) erreichten das Erwachsenenalter, eine dritte Tochter starb als Kleinkind. Marianne Exner litt unter Depressionen und nahm sich 1920 in Wien das Leben.cite-ref-4[4] Der Tod seiner Ehefrau und der Mutter der gemeinsamen Kinder traf Franz Exner schwer; er heiratete nicht wieder.cite-ref-5[5]
Unmittelbar nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges, am 2. August 1914 wurde Franz Exner als Leutnant der Reserve zu seinem in Friedenszeiten in Salzburg kantonierenden Regiment eingezogen und war an der Dolomitenfront stationiert, wo er an mehreren schweren Gefechten des Gebirgskrieges 1915â1918 teilnahm und mehrfach ausgezeichnet wurde. Ende 1916 wurde Exner zum Einsatz in der Heimat mit dem Rang eines Oberleutnants freigestellt. Die Kriegserlebnisse prägten ihn entscheidend und beeinflussten wiederholt auch seinen weiteren Lebenslauf.cite-ref-6[6]
Berufliche Laufbahn
Exner wurde 1910 Privatdozent in Wien und hatte anschlieĂend Professuren in Czernowitz (1912), Prag (1916), TĂźbingen (1919) und Leipzig (1921) inne. Am 1. April 1933 folgte er einem Ruf als Professor fĂźr Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie an die Ludwig-Maximilians-Universität MĂźnchen.
In Exners erstem MĂźnchner Semester stellte sich heraus, dass Franz Exner als âjĂźdischer Mischling zweiten Gradesâ den nach dem Berufsbeamtengesetz vom 7. April 1933 geforderten âAriernachweisâ nicht erbringen konnte. Als sogenannter âFrontkämpferâ des Ersten Weltkrieges blieb Exner ungeachtet der beanstandeten GroĂmutter einstweilen im Amt.cite-ref-7[7] Exner wurde daraufhin Mitglied des an die Stelle der bisherigen berufsständischen Vereine getretenen Bundes nationalsozialistischer deutscher Juristen (ab 1936: NS-Rechtswahrerbund) und wurde auch weiter politisch nicht nachteilig aktenkundig; lediglich sein distanziertes Verhältnis zum Nationalsozialismus wurde in den Personalakten ebenso wie die âjĂźdische Abstammungâ vermerkt.cite-ref-8[8] Sein Verbleib im Lehrbetrieb blieb dennoch gefährdet, da bis Kriegsende wiederholt die MaĂstäbe verschärft und bislang geduldete sogenannte jĂźdische Mischlinge entlassen wurden.cite-ref-9[9] Im März 1941 Ăźberstand Franz Exner eine solche NachĂźberprĂźfung, wurde allerdings kurz darauf aus dem Verwaltungsrat der Universität entlassen.cite-ref-10[10] Da Exner niemals der NSDAP angehĂśrt hatte, behielt er seine MĂźnchner Professur im Gegensatz zu vielen seiner akademischen Kollegen auch im Zuge der nach dem 8. Mai 1945 stattfindenden âEntnazifizierungâ, in deren Verlauf er als politisch âunbelastetâ eingestuft wurde.cite-ref-11[11] Als er 1947 starb, war er somit einer der wenigen namhaften Kriminologen, die unter vier verschiedenen politischen Systemen geforscht und gelehrt hatten â von der Ăśsterreichischen Donaumonarchie Ăźber die Weimarer Republik und das âDritte Reichâ bis hin zur Zeit der alliierten Besatzung.
Erwähnenswert sind weiterhin Exners Kontakte zur amerikanischen Kriminologie, insbesondere zu Edwin H. Sutherland, mit dem er seit Ende der zwanziger Jahre eine briefliche Korrespondenz pflegte. Exner unternahm während des Sommersemesters 1934 eine mehrmonatige Studienreise in die USA und traf dort unter anderem mit Sutherland, Thorsten Sellin und Ernest W. Burgess persÜnlich zusammen. Seine Erfahrungen bezßglich des US-amerikanischen Strafvollzugswesens und der dortigen kriminologischen Forschung verarbeitete er sodann literarisch in seinem Kriminalistischen Bericht ßber eine Reise nach Amerika (1935 in zwei Teilen in der Zeitschrift fßr die gesamte Strafrechtswissenschaft, ZSTW, verÜffentlicht).
Franz Exner war seit 1911 Mitglied der Ăśsterreichischen Landesgruppe der Internationalen Kriminalistischen Vereinigung (IKV). Exner war Herausgeber der Kriminalistischen Abhandlungen (1926â1941) und seit 1936 â zusammen mit dem Juristen Rudolf Sieverts sowie den Medizinern Johannes Lange, Hans Reiter und Hans BĂźrger-Prinz â Mitherausgeber der Monatsschrift fĂźr Kriminalpsychologie und Strafrechtsreform (ab 1937 Monatsschrift fĂźr Kriminalbiologie und Strafrechtsreform). 1937 war Exner dritter Vorsitzender der âKriminalbiologischen Gesellschaftâ, einer die interdisziplinäre Zusammenarbeit der akademischen Kriminalwissenschaft, der kriminalbiologischen Untersuchungspraxis und administrativen BehĂśrden forcierenden Organisation.cite-ref-12[12] 1945/46 verteidigte er in den NĂźrnberger Prozessen zusammen mit Hermann JahrreiĂ den als Hauptkriegsverbrecher angeklagten Generaloberst Alfred Jodl, Mitglied des Generalstabs und des Oberkommandos der Wehrmacht.
Werk
Ăberblick
Franz Exners kriminalwissenschaftliches Werk steht in der Tradition seiner beiden akademischen Strafrechtslehrer: der âmodernenâ oder âsoziologischenâ Strafrechtsschule Franz von Lisztscite-ref-13[13] und des schweizerischen Strafrechtlers und Kriminalpolitikers Carl StooĂ, deren Ideen Exner eigenständig fortbildete. Nachdem er sich im Jahr 1909 bei Carl StooĂ in Wien durch eine strafrechtsdogmatisch-rechtsphilosophische Arbeit Ăźber âdas Wesen der Fahrlässigkeitâ habilitiert hattecite-ref-14[14], widmete er sich in der Folgezeit hauptsächlich kriminalpolitischen und kriminologischen Themen.
Exner setzte sich fĂźr eine FortfĂźhrung der von Franz von Liszt und Carl StooĂ inspirierten Strafrechtsreform ein. Im Gegensatz zu von Liszt, der fĂźr das Konzept einer âpräventiven Schutzstrafeâ â und somit ein einspuriges Kriminalstrafsystem â eintrat, schlug Exner jedoch â insoweit an Ideen von Carl StooĂ anknĂźpfend â eine Zweispurigkeit des Kriminaljustizsystems vor: Dem System der repressiven Strafen sei ein eigenständiges System von spezialpräventiven âSicherungsmittelnâ gegenĂźberzustellen.cite-ref-15[15] Insoweit war Exner ein Vordenker des heute geltenden Strafrechts, das auf ebendieser Unterscheidung zwischen âStrafenâ und âMaĂnahmenâ (von Exner als âSicherungsmittelâ bezeichnet) aufbaut.
Als Kriminologe betrachtete Exner Kriminalität sowohl auf der Makroebene als gesamtgesellschaftliches Phänomen (âdas Verbrechen im Leben der Gesellschaftâ, bzw. ab 1939: âim Leben der Volksgemeinschaftâ) als auch auf der Mikroebene als PersĂśnlichkeitsäuĂerung des individuellen Täters. Die jeweilige Tat war fĂźr Exner sodann ein auf komplexe Weise aus Anlage- und Umweltfaktoren resultierendes Produkt: Was aus der âAnlageâ eines Menschen werde, hänge einerseits von der ihn umgebenden âUmweltâ ab, andererseits seien Art und Wirkungsweise der jeweiligen âUmweltâ auch wiederum als von der âAnlageâ beeinflusst zu denken.cite-ref-16[16] Hierbei betonte Exner während der Weimarer Republik zunächst entschieden die Vorrangigkeit sozialer Ursachen fĂźr die Entstehung von Kriminalität.cite-ref-17[17] Später rĂźckten die âAnlagefaktorenâ deutlich stärker in den Vordergrund, verdrängten Exners Annahme, die Kriminalität werde in vielerlei Hinsicht auch durch soziale Ursachen mit bewirkt, jedoch niemals vollständig.
Exner als Kriminalsoziologe
FĂźr die Zeit der Weimarer Republik wird Franz Exner als wichtigster Vertreter der sich zu entwickeln beginnenden deutschsprachigen Kriminalsoziologie angesehen.cite-ref-18[18] Im grĂśĂeren Umfang beschäftigte sich Exner erstmals 1919 (Gesellschaftliche und staatliche Strafjustiz) mit soziologischen Fragestellungen. Es folgten die umfangreiche Abhandlung âKrieg und Kriminalitätâ (1926) sowie kritische Untersuchungen Ăźber die präventiven Wirkungen der Todesstrafe (Mord und Todesstrafe in Sachsen, 1929) und zur empirischen Justizforschung (Studien Ăźber die Strafzumessungspraxis der deutschen Gerichte, 1931). Eine Zusammenfassung und begriffliche Fixierung der Kriminalsoziologie erfolgte sodann in seinem um 1932/33 herum verfasstencite-ref-19[19] Artikel âKriminalsoziologieâ, der 1936 im zweiten Band des von Alexander Elster und Heinrich Lingemann herausgegebenen HandwĂśrterbuchs der Kriminologie erschien. Exner fasste den Begriff der âKriminalsoziologieâ in dieser letztgenannten Schrift fĂźr die damalige Zeit â so das Urteil des Historikers Richard Wetzell â Ăźberraschend weit.cite-ref-20[20] Er stellte der âKriminalsoziologie im engeren Sinneâ eine âKriminalsoziologie im weiteren Sinneâ gegenĂźber.
Exners enges Verständnis der Kriminalsoziologie
Bereits Exners Definition der âKriminalsoziologie im engeren Sinneâ kann fĂźr die damalige Zeit als durchaus innovativ angesehen werden: Er betrachtete die Kriminalsoziologie als eine wertfreie Tatsachenwissenschaft. Ihre Aufgabe sei es, das Verbrechen als eine gesellschaftliche Erscheinung zu beschreiben und in seiner gesellschaftlichen Bedingtheit zu erklären.cite-ref-kriminalsoziologie-21-0[21] Diese Herangehensweise entsprach zwar dem Paradigma einer ätiologischen (verursachungsgemäĂen) Kriminologie. Vor Franz Exner hatte jedoch noch kein deutschsprachiger Kriminologe eine ähnliche, sich rein auf die gesellschaftlichen Ursachen der Kriminalität beziehende Definition der Kriminalsoziologie dargelegt.cite-ref-22[22] Franz von Liszt beispielsweise, der das Verbrechen ebenfalls bereits als eine âgesellschaftliche Erscheinungâ bezeichnete, hatte unter Kriminalsoziologie noch eine Art Oberdisziplin unter Einschluss der Kriminalanthropologie verstanden.cite-ref-23[23] Auch die Wertfreiheit der Disziplin war keineswegs unumstritten. So betrachtete es zeitgleich Wilhelm Sauer â ebenso wie Franz Exner Strafrechtler und Kriminologe â als die Aufgabe der Kriminalsoziologie, zu einer Ethisierung des Strafrechts beizutragen; sie (die KS) sei eine ânicht fĂźr, sondern gegen den Verbrecherâ eintretende, mithin ausdrĂźcklich nicht wertfreie, Wissenschaft.cite-ref-24[24]
Exners weites Verständnis der Kriminalsoziologie
EndgĂźltig Ăźber den durch Franz von Liszt gezogenen Rahmen hinaus begab sich Exner sodann mit der âKriminalsoziologie im weiteren Sinneâ.cite-ref-kriminalsoziologie-21-1[21] Intendiert war damit eine teilweise Abwendung des kriminalsoziologischen Untersuchungsprogramms vom âTäterâ und der âTatâ hin zu einer Beschäftigung mit den gesellschaftlichen und staatlichen BezĂźgen des Phänomens Kriminalität. Die Instanzen der sozialen Kontrolle und âdie Gesellschaftâ sollten gleichberechtigt mit dem Handeln âder Kriminellenâ als kriminologische Forschungsobjekte analysiert werden. Diese (geplante) Erweiterung des kriminologischen Objektbereichs war zum damaligen Zeitpunkt im deutschsprachigen Raum einmalig.
Der âSoziologie der Verbrechensverfolgungâ fiel hierbei die Aufgabe einer empirischen Erforschung des Kriminaljustizsystems und der in ihm tätigen Personen (Richter, Staatsanwälte usw.) zu. Seine Studie Ăźber die Strafzumessungspraxis der deutschen Gerichte (1931) muss in diesem Zusammenhang als ein frĂźher Beitrag zur kriminologischen Justizforschung angesehen werden.cite-ref-25[25] Aufgrund einer Analyse justizstatistischen Materials der Jahre 1880 bis 1927 stellte Exner in dieser Studie fĂźr den Untersuchungszeitraum beträchtliche Veränderungen der verhängten Strafen und ein Auseinanderklaffen des gesetzlichen und des richterlichen StrafmaĂes fest. Die Unterschiede zwischen gesetzlicher und richterlicher Beurteilungsweise fĂźhrte Exner darauf zurĂźck, dass die richterliche Betrachtung im Gegensatz zur gesetzlichen moralisierend im Sinne einer Ethik des âalltäglichen Lebens seiâ. AnknĂźpfend an eine Ausdrucksweise Max Webers resĂźmierte Exner, das richterliche Handeln sei im Wesentlichen âtraditional, nicht rationalâ. DarĂźber hinaus sollte eine âSoziologie der Verbrechensauffassungâ herausarbeiten, wie die âGesellschaftâ das Verbrechen beurteile und auf kriminelle Handlungen reagiere, um diese Betrachtungsweise der staatlichen Herangehensweise wissenschaftlich gegenĂźberstellen zu kĂśnnen.cite-ref-kriminalsoziologie-21-2[21] Exner hatte dies in ersten Ansätzen bereits in seinem Aufsatz Gesellschaftliche und Staatliche Strafjustiz aus dem Jahre 1919 getan. Er war damals zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die gesellschaftliche und die staatliche Beurteilung bestimmter Verbrechen (vor allem, aber nicht nur im Hinblick auf politische Delikte und Fahrlässigkeitstaten) teilweise erheblich voneinander unterschieden. Im Gegensatz zum Staat tendiere âdie Gesellschaftâ zu einer moralisierenden Vergeltungsjustiz. Sie achte viel mehr auf â fĂźr den staatlichen Strafanspruch mehr oder weniger gleichgĂźltige â Details der inneren Einstellung zur Tat und stehe den politischen Verbrechern sogar teilweise wohlwollend gegenĂźber.
Indem Exner der Kriminalsoziologie bereits Anfang der dreiĂiger Jahre ein solch weites Forschungsgebiet erĂśffnete, nahm er Teilforderungen der sich im deutschsprachigen Raum erst in den 1960er Jahren formierenden âKritischen Kriminologieâ und des Labelling Approach vorweg. Richard Wetzell zog daher den Schluss, dass Exner sich bereits damals der âteilweisen sozialen Konstruktion des Phänomens Kriminalitätâ bewusst gewesen sein mĂźsse.cite-ref-26[26] Dieser Auffassung ist jedoch entgegenzuhalten, dass Exner auch weiterhin an einer kriminalpolitisch praktischen Anwendung seiner Forschungsergebnisse interessiert blieb. Die Kriminalsoziologie blieb fĂźr Exner zeit seines Lebens eine â wenn auch weitgehend autonome â âHilfswissenschaft des Strafrechtsâ. Kritische Absichten sind somit auch Exners âweitem Verständnis von Kriminalsoziologieâ nicht zu unterstellen.cite-ref-27[27]
Während der Herrschaft des Nationalsozialismus griff Exner auf die Fragestellungen der Kriminalsoziologie im weiteren Sinne zumindest in den Jahren nach 1936 nicht mehr zurĂźck. Zunächst mahnte er noch 1935 an, wie wichtig es sei, sich ein Bild von âHerkunft, Alter, PrĂźfungserfolg, Arbeitsbelastung, finanzieller Lage der Richter und Staatsanwälteâ zu machen.cite-ref-28[28] Diese Aussage kann zwar, so Thorsten Kruwinnus in seiner Monographie zum Thema, einerseits als stärkste Einforderung Exners zugunsten einer kriminologischen âJustizforschungâ eingeordnet werden, gleichzeitig handele es sich jedoch um Exner letzte Bezugnahme auf diesen Themenkomplex Ăźberhaupt.cite-ref-29[29] Die entsprechenden Kapitel seines in erster Auflage 1939 erschienenen Hauptwerkes âKriminalbiologieâ beschränkten sich sodann auf die ätiologischen Fragestellungen der âKriminalsoziologie im engeren Sinneâ. Zudem entdifferenzierte Exner seinen kriminalsoziologischen Ansatz, indem er den Terminus âgesellschaftliche Bedingtheitâ fallenlieĂ und durch den unbestimmteren Ausdruck âumweltliche Bedingtheitâ ersetzte. Sämtliche innovatorischen Komponenten seiner Kriminalsoziologie gingen auf diese Weise wieder verloren.
Exners methodologischer und rechtsphilosophischer Ansatz
Methodologisch orientierte sich Franz Exner sowohl am SĂźdwestdeutschen Neukantianismus als auch an der neukantianisch beeinflussten Soziologie Max Webers.
Neukantianisch beeinflusst ist insbesondere Exners Bestehen auf einer fundamentalen Sein-Sollen-Dichotomie, der zufolge aus einem âSeinâ niemals ein âSollenâ abgeleitet werden kĂśnne. Diese Grundthese Exners impliziert zugleich eine methodologische Eigenständigkeit der Kriminologie (Wissenschaft von dem, âwas istâ) gegenĂźber der Strafrechtswissenschaft (Wissenschaft von dem, âwas sein sollâ).cite-ref-kriminalbiologie-30-0[30] AusdrĂźcklich berief sich Exner in diesem Zusammenhang auf die Wissenschaftslehre des Neukantianers Heinrich Rickert: Als eine nach allgemeinen GesetzmäĂigkeiten strebende Wissenschaft sei die Kriminologie im Sinne Rickerts eine nomothetische (an naturwissenschaftlichen Erkenntnisprinzipien orientierte) Disziplin.cite-ref-kriminalbiologie-30-1[30]
Explizit knĂźpfte Exner an die Wissenschaftslehre Max Webers an. Sein Ziel war es, dessen Methode einer verstehenden Soziologie auf die Kriminalsoziologie und -psychologie zu Ăźbertragen.cite-ref-31[31] FĂźr die Erklärung eines Verbrechens genĂźge es nämlich nicht, Ursachenforschung im Sinne der Naturwissenschaft zu betreiben. Es gelte darĂźber hinaus, zu verstehen und verständlich zu machen: âIch verstehe ein Verbrechen, wenn ich den Sinn erfasse, den die Tat im Zuge des Denkens, FĂźhlens und Wollens des Täters erfĂźllt, wenn ich die seelischen Zustände und BeweggrĂźnde, aus denen sie entsprungen ist, einfĂźhlend erkenne.âcite-ref-32[32] Man mĂźsse hierbei âkein BetrĂźger sein, um einen Betrug zu verstehenâ, schreibt Exner an gleicher Stelle, hierbei Webers Ausspruch paraphrasierend, man brauche nicht Caesar zu sein, um Caesar zu verstehen.cite-ref-33[33] Auch anderenorts lehnte sich Exner an verschiedene Gedanken Max Webers an, insbesondere auch an dessen Unterscheidung zwischen âtraditionalemâ und ârationalemâ Handeln (in der Studie Ăźber die Strafzumessungspraxis der deutschen Gerichte, vgl. oben im Text). Die diesbezĂźglichen BemĂźhungen Exners blieben jedoch auf halbem Wege stecken. Ganze Bereiche der âverstehenden Soziologieâ, so insbesondere die fĂźr diese grundlegende idealtypische Betrachtungsweise, wurden von Exner Ăźberhaupt nicht rezipiert.cite-ref-34[34]
Mit seiner Bezugnahme auf neukantianische Grundthesen stand Exner zur Zeit des Nationalsozialismus im deutschsprachigen Raum nahezu alleine: Hans Kelsen, dessen âReine Rechtslehreâ auf der Philosophie des Neukantianismus aufbaut, emigrierte in die USA. Gustav Radbruch, der ebenfalls eine neukantianische Rechtsphilosophie vertrat, hatte seinen Lehrstuhl bereits 1933 aus politischen GrĂźnden verloren und befasste sich zwischen 1933 und 1945 offiziell nur noch mit politisch unverfänglichen Themen. Die Mehrheit der nationalsozialistischen Rechtstheoretiker (explizit insbesondere Hans Welzel, Karl Larenz und Georg Dahm) verwarfen die Philosophie des Neukantianismus mit der BegrĂźndung, dass das âWesen der deutschen Volksgemeinschaftâ (also ihr âSeinâ) mit ihrer Ordnung (also einem âSollenâ) verwachsen sei. Eine Trennung zwischen âSein und Sollenâ war ihrer Ansicht nach daher als âundeutschâ und kĂźnstlich abzulehnen.cite-ref-35[35]
Rechtsphilosophisch vertrat Exner einen utilitaristischen Ansatz. Eine seiner Kernthesen ist es, dass Gerechtigkeit und ZweckmäĂigkeit grundsätzlich zusammenfallen. Jedoch macht er einen zeitlichen Unterschied zwischen den beiden Begriffen aus: Das, was jetzt als âgerechtâ angesehen werde, sei frĂźher vielleicht einmal als âbloĂ zweckmäĂigâ betrachtet worden. Insofern sei das, was heute als âgerechtâ gelte, das âZweckmäĂigeâ von gestern.cite-ref-36[36] Sofern das Strafrecht auf moralische Vorstellungen zurĂźckgreife, dĂźrfe es dies ebenfalls niemals aus bloĂ moralischen GrĂźnden, sondern aus âZweckmäĂigkeitserwägungenâ tun, da ein Strafrecht, das die moralischen Ansichten der Gesellschaft ignoriere, mangels gesellschaftlicher Akzeptanz nicht genĂźgend âzweckmäĂigâ sein kĂśnne.cite-ref-37[37] Insofern konsequent, vertrat Exner eine rein präventionistische (genauer: generalpräventive) Straftheorie und lehnte jeden begrifflichen Zusammenhang zwischen Strafe und Vergeltung ab.cite-ref-38[38] Diese straftheoretische Position, fĂźr die er spätestens seit 1912 eingetreten war,cite-ref-39[39] vertrat Exner unbeschadet aller politischen Systemwechsel durchgängig bis zum Ende seines Lebens.cite-ref-40[40]
Exners Wirken im Nationalsozialismus
Allgemeines
In den Jahren nach 1933 ist ein Schwenk Exners weg von Ăźberwiegend kriminalsoziologischen hin zu zumindest auch kriminalanthropologisch-ârassischâ begrĂźndeten Thesen festzustellen. Exners Argumentation zu Zeiten des âDritten Reichesâ blendete soziologische Fragestellungen allerdings keineswegs vollständig aus. Er blieb stets darum bemĂźht, das Phänomen Kriminalität als ein Resultat anlage- und umweltbezogener Ursachen darzustellen.cite-ref-exner-1944-32-41-0[41] Zudem betonte er, dass selbst die seiner Ansicht nach âanlagebedingtenâ Dispositionen zur Begehung von Verbrechen teilweise wiederum umweltbedingt seien â bezogen nämlich auf die UmwelteinflĂźsse, die fĂźr die vorherigen Generationen maĂgeblich waren.cite-ref-exner-1944-32-41-1[41] Daher konnte Edmund Mezger in einer Rezension der ersten Auflage von Exners Hauptwerk â der âKriminalbiologieâ â noch 1939 feststellen, dass Exners Lieblingsdisziplin offenbar die Kriminalsoziologie sei.cite-ref-42[42] Auffallend ist auch, dass die Kriminalbiologie in der Zeitschrift fĂźr die gesamte Strafrechtswissenschaft unter der Rubrik Kriminalsoziologie und nicht unter der ebenfalls vorhandenen Rubrik Kriminalbiologie rezensiert wurde.cite-ref-43[43] BezĂźglich seines Verhaltens zu konkreten Fragen der nationalsozialistischen Kriminalpolitik wird Exner in der Sekundärliteratur durchweg ZurĂźckhaltung attestiert.cite-ref-44[44] Er kritisierte unkritische Bezugnahmen auf das sogenannte âgesunde Volksempfindenâ, das er auf eine empirische Grundlage gestellt sehen wollte. Er sprach sich fĂźr eine rationale Grundlage der Kriminalpolitik aus und kritisierte die rein âgefĂźhlsmäĂigenâ und betont irrationalen Richtungen der nationalsozialistischen Kriminalpolitik, wie sie beispielsweise von Georg Dahm, Friedrich Schaffstein und Roland Freisler vertreten wurden.cite-ref-45[45]
Dennoch stellte er nun häufiger kriminalsoziologische Aspekte zugunsten ârassischâ bzw. individualgenetisch begrĂźndeter kriminalanthropologischer BegrĂźndungsmuster zurĂźck, nachdem er noch in den zwanziger Jahren den Ăźberragenden Teil der Kriminalitätsentwicklung mit umweltlichen Milieuveränderungen begrĂźndet hatte. In seinem Aufsatz âVolkscharakter und Verbrechenâ (1938) fĂźhrte er die von ihm so bezeichnete âNegerkriminalitätâ zu Lasten gesellschaftlicher UrsprĂźnge auf ârassischeâ Ursachen zurĂźck und wies MĂśglichkeiten, das Phänomen milieuorientiert zu deuten, als nicht genĂźgend erklärungsmächtig zurĂźck.cite-ref-46[46] Die Argumentation in den entsprechenden Kapiteln seines Hauptwerkes war etwas differenzierter, aber weitgehend identisch.cite-ref-47[47]
Kriminologisches Lehrbuch: Kriminalbiologie in ihren GrundzĂźgen
Exners kriminologisches Lehrbuch Kriminalbiologie in ihren GrundzĂźgen erschien 1939 in erster Auflage. Es handelte sich Richard Wetzell und Karl Peters zufolge um das bedeutendste deutschsprachige kriminologische Lehrbuch seit Gustav Aschaffenburgs Das Verbrechen und seine Bekämpfung, das zuletzt 1923 in einer dritten Auflage erschienen war.cite-ref-48[48] Die Kriminalbiologie fasste den damaligen Forschungsstand der Kriminologie zusammen und gliederte sich in die Teile âAnlage und Umweltâ, âDas Verbrechen im Leben der Volksgemeinschaftâ, âDer Täterâ, âDie Tatâ und âAngewandte Kriminalbiologieâ. In einem einleitenden Kapitel bekräftigte Exner die bereits in frĂźheren VerĂśffentlichungen (vgl. oben: Exners methodologischer und rechtsphilosophischer Ansatz) betonte wissenschaftliche Eigenständigkeit der Kriminologie gegenĂźber der Strafrechtswissenschaft. Auch räumte er ein bis heute bestehendes Kernproblem der Kriminologie ein: Die Schwierigkeiten, die sich fĂźr die an naturwissenschaftlichen Erkenntnisprinzipien angelehnte Disziplin der Kriminologie aus dem sich wandelnden Verbrechensbegriff (Exners Beispiel: Die Straflosigkeit bzw. Strafbarkeit der Homosexualität innerhalb verschiedener Rechtsordnungen) ergeben. Er erklärte die Schwierigkeiten jedoch fĂźr lĂśsbar, da sich ein weitgehend beständiges Kernstrafrecht herausschälen lasse.cite-ref-49[49]
Bereits der zeitgenĂśssische Rezensent Hans Walter Gruhle â ein Psychiater â kritisierte den Titel des Werkes. Exner habe sich bei der Wahl des Titels Kriminalbiologie von im Ăbrigen wissenschaftlich nicht begrĂźndeten ZeitstrĂśmungen leiten lassen.cite-ref-50[50] Der Titel âKriminalbiologieâ, den Exner fĂźr sein Hauptwerk gewählt hatte, ist auch insofern irrefĂźhrend, als Exner keineswegs Kriminalbiologie und Kriminalanthropologie gleichsetzte.cite-ref-51[51] Er fasste den Begriff âKriminalbiologieâ weit und verstand darunter die Gesamtheit kriminalsoziologischer, kriminalanthropologischer und kriminalpsychologischer Forschungen, mithin die Disziplin, die heute gemeinhin als Kriminologie bezeichnet wird.cite-ref-52[52] Er bezeichnete das Problem, ob der Anlage oder der Umwelt kriminalätiologisch der Vorrang gebĂźhre, als sehr komplex und legte sich diesbezĂźglich weder in der einen, noch in der anderen Richtung fest.cite-ref-53[53]
Sämtliche Auflagen des Lehrbuchs, auch die posthum unter dem neuen Titel Kriminologie verĂśffentlichte dritte Auflage, enthielten rassistische Passagen. In den ersten beiden Ausgaben der âKriminalbiologieâ von 1939 und 1944 fĂźhrte er die âKriminalität der Judenâ mehrfach auf ihr âunveränderbares Wesenâ zurĂźck. Diese Passagen werden selbst von dem ansonsten den seiner Ansicht nach moderaten Charakter des Werkes betonenden Historiker Richard Wetzell als offen antisemitisch interpretiert.cite-ref-54[54] Auch sprach Exner â in allen Auflagen, auch der dritten von 1949 â von einer âVerwahrlosung der Zigeunerstämmeâ. Die Kriminalbiologie erschien 1949 posthum unter dem Titel Kriminologie in einer Fassung, die lediglich von den sich mit der âKriminalität der Judenâ beschäftigenden Aussagen bereinigt war. Selbst in dieser Nachkriegsfassung bezog er sich noch explizit auf die rassistischen Forschungen Robert Ritters â dessen âerbgeschichtliche Untersuchungenâ den Nazis als Rechtfertigung dienten, âZigeunerâ und âZigeunermischlingeâ zu verfolgen und zu ermorden.cite-ref-j-nschke-55-0[55] So bezeichnete Exner die Jenischen noch in der posthum 1949 erschienen 3. Auflage seines Lehrbuchs als âherumirrende Taugenichtse und Vagabundenâ, die âin ihrer Asozialität selbst bei Blutsvermischung ihren âSchlagâ nicht zu verleugnenâ wĂźssten.cite-ref-56[56] Allerdings nahmen die rassistischen Passagen von ihrem Umfang her nur einen kleinen Teil des Werkes ein. Auch die Kapitel, die sich mit der kriminogenen âAnlageâ des Täters beschäftigten, bezogen sich neben den obigen Abschnitten Ăźberwiegend auf individualgenetische Faktoren, bei denen das Konzept der âRasseâ keine Rolle spielte.cite-ref-57[57]
Exner und das Gemeinschaftsfremdengesetz
Im Jahre 1943 war Exner ebenso wie sein MĂźnchner Fakultätskollege Edmund Mezger an den Vorbereitungen fĂźr das vom Reichsjustizministerium geplante âGesetz Ăźber die Behandlung Gemeinschaftsfremderâcite-ref-58[58] (häufig auch als Gemeinschaftsfremdengesetz bezeichnet) beteiligt.cite-ref-conde-59-0[59] Dieses Gesetz sollte die bereits laufenden Auslieferungen an die SS (d. h. Einlieferungen in Konzentrationslager) von im Justizvollzug befindlichen Juden, Roma, Russen, Ukrainern, Polen und auch den nichtjĂźdischen Deutschen, die zu mehr als acht Jahren Zuchthaus verurteilt worden waren, nach dem so genannten Endsieg in Gesetzesform fassen.cite-ref-jg-60-0[60] Exners Mitarbeit lässt sich anhand eines von März bis Juni 1943 datierenden Briefwechsels zwischen dem Ministerialrat im Reichsjustizministerium Otto Rietzsch und den beiden Professoren Edmund Mezger und Franz Exner rekonstruieren. Er kommentierte die EntwĂźrfe in ihrer jeweils aktuellen Fassung, äuĂerte sich zu diesbezĂźglichen Vorschlägen Edmund Mezgers und brachte auch eigene Formulierungsvorschläge in den Gesetzvorbereitungsprozess mit ein. Der Strafrechtshistoriker MuĂąoz-Conde, der sich schwerpunktmäĂig mit der Rolle Edmund Mezgers bei der Entstehung des Gesetzes beschäftigt hat, erhob in diesem Zusammenhang schwere VorwĂźrfe sowohl gegen Edmund Mezger als auch gegen Franz Exner. Diese seien gerade aufgrund ihrer wissenschaftlichen Reputation in der Lage gewesen, der in Gesetzesform gegossenen eugenischen Selektion von Menschen durch das âGemeinschaftsfremdengesetzâ die akademisch-juristische Legitimation zu verleihen.cite-ref-conde-59-1[59]
Eine neuere Studie bestreitet Exners Beteiligung an den GesetzesentwĂźrfen zwar nicht, betont aber, dass Exner â im Gegensatz zu Edmund Mezgercite-ref-61[61] â eine eher kritisch distanzierte Haltung bei den Gesetzesvorbereitungen eingenommen habe. Sein Briefwechsel mit dem Reichsjustizministerium dokumentiere, dass Exner â so Lorenz/Scheerer â âvon der Ausdrucksweise her beflissen, in der Sache jedoch kritischâ an der rechtsstaatlich bedenklichen Unbestimmtheit des geplanten Gesetzes AnstoĂ genommen habe.cite-ref-62[62] Exner habe sowohl die âbezĂźglich der Unbestimmtheit der Begriffe erĂśffneten Spielräume fĂźr WillkĂźrâ als auch die HĂśhe der geplanten Sanktionen des Gesetzesentwurfes kritisiert. Die Autoren der Studie betonen besonders den ihrer Ansicht nach âerstaunlich scharfen Tonâ dieser Kritik.cite-ref-63[63] Sie stĂźtzen ihre Thesen erstmals auch auf eine â zunächst noch vorläufige â Auswertung des erst im Jahre 2004 entdeckten Nachlasses Franz Exners und auf eine genauere Analyse seiner brieflichen Korrespondenz mit dem Reichsjustizministerium. Auch Walter Fuchs resĂźmiert in seiner 2008 verĂśffentlichten Monographie zum Thema, Exner habe sich in seinem Gutachten mutig und kritisch gegen fehlende rechtsstaatliche Sicherungen und gegen unscharfe Begriffe gewandt. Allerdings habe sich insgesamt gezeigt, dass auch eine relativ ânormalwissenschaftlicheâ Kriminologie wie diejenige Franz Exners fĂźr die Grundgedanken eines Gemeinschaftsfremdengesetzes anfällig gewesen sei. Als an der Verbrechensbekämpfung interessierter Kriminologe sei er offen fĂźr die Idee gewesen, einem harten Täterstrafrecht die Instrumente zur Klassifizierung und Typisierung von Menschen zur VerfĂźgung zu stellen.cite-ref-64[64]
Trotz Exners Kritik an einigen Formulierungen der EntwĂźrfe war der zuständige Ministerialrat Rietzsch mit dessen Mitarbeit am Gemeinschaftsfremdengesetz zufrieden. Ebenso wie Mezger habe auch Exner fĂźr die vom Reichsjustizminister abgesegnete Version des Gesetzesentwurfs wertvolle Anregungen geleistet. Daher wies Rietsch die Reichshauptkasse mit Schreiben vom 24. Mai 1943 an, sowohl an Edmund Mezger als auch an Franz Exner je 1000 Reichsmark als Aufwandsentschädigung fĂźr ihre Mitarbeit auszuzahlen. Im selben Brief bezeichnete er Mezger und Exner als âzurzeit unsere besten Kenner der Kriminalbiologieâ. Der genaue Wortlaut der Textstelle lautet
â[âŚ] Beide Herren, die zurzeit unsere besten Kenner der Kriminalbiologie sind und die auf diesem Gebiet maĂgebende Werke geschrieben haben, haben sich mit dem Entwurf eingehend beschäftigt und wertvolle Anregungen fĂźr die Fassung gegeben, denen inzwischen die Sachbearbeiter der Polizei als auch auf Vortrag des Herr Minister zugestimmt haben. [âŚ]cite-ref-65[65]â
Beurteilung von Exners Beteiligung und methodischer Anpassung während des Nationalsozialismus
Die Rolle Exners im Nationalsozialismus wird in der Gesamtschau sehr unterschiedlich beurteilt. Als in den 1980er Jahren die Auseinandersetzung mit der Rolle der Kriminologie und einzelner Kriminologen im NS-Staat begann, wurde Exner der Vorwurf gemacht, den Titel seines Lehrbuchs â 1939 (1. Aufl.) und 1944 (2. Aufl.) Kriminalbiologie, 1949 (3. Aufl.) sodann Kriminologie â den politischen GroĂwetterlagen angepasst und die Disziplin der âKriminologieâ bis zur Beliebigkeit an die jeweiligen BedĂźrfnisse der Strafrechtspflege angepasst zu haben. In diesem Zusammenhang wurde Exner auch vorgeworfen, seine wissenschaftliche Selbstkritik in der Nachkriegsauflage auf das Weglassen der rassistischen Passagen Ăźber die Kriminalität der Juden beschränkt zu haben.cite-ref-66[66]
Kritisch äuĂert sich auch Ina Pfennig. Zwar mĂśge vor dem Hintergrund sozialpolitischer Forderungen anderer Kriminalbiologen die Figur Exner noch relativ harmlos anmuten â er habe versucht, den Zusammenhang zwischen Anlage, Umwelt und PersĂśnlichkeit nicht ganz aus den Augen zu verlieren. Seine wissenschaftlichen Arbeiten belegten jedoch eine kontinuierliche Entwicklung von seinen anfangs strafrechtlich und kriminalsoziologisch orientierten Studien hin zu später vĂśllig regimekonformen Aussagen in der âKriminalbiologieâ. Der direkte Gebrauch und Missbrauch der kriminologischen Theorien durch den NS-Staat konnte und durfte nicht verborgen bleiben.cite-ref-67[67]
Ganz anders fiel die Einschätzung Richard Wetzells aus. Exner habe stets Wert auf einen neutralen wissenschaftlichen Standpunkt gelegt und die kriminalätiologische Bedeutung der beiden Faktoren âAnlageâ und âUmweltâ insgesamt ausgewogen beurteilt. Wie viele seiner Fachkollegen habe Exner daher auch zur Zeit des Nationalsozialismus â von den politischen StrĂśmungen weitgehend unbeeinflusste â âNormalwissenschaftâ betrieben.cite-ref-68[68]
Wetzells These von der politisch eher harmlosen âNormalwissenschaftâ ist im Jahr 2006 sodann Imanuel Baumann entgegengetreten. Gerade die Ergebnisse eines methodisch streng wissenschaftlichen Vorgehens ohne âkruden biologischen Determinismusâ (Baumann) seien fĂźr die nationalsozialistische Kriminalpolitik von Interesse gewesen.cite-ref-69[69] Baumann kritisiert daher besonders Exners Mitgliedschaft in der âKriminalbiologischen Gesellschaftâ, die eine enge Zusammenarbeit zwischen Vertretern des âkriminalwissenschaftlichen Mainstreamsâ â wie Franz Exner es gewesen sei â, des âReichsgesundheitsamtsâ und anderer administrativer Stellen angestrebt habe.cite-ref-70[70]
Zitate Franz Exners
âDer Krieg war die denkbar stärkste Bestätigung dafĂźr, welch Ăźberwiegenden EinfluĂ die äuĂeren Verhältnisse, die Ăśkonomischen Bedingungen, kurz gesagt das Milieu auf die Verbrechensentwicklung hat, denn kriminalistisch betrachtet war der Krieg nichts anderes, als eine rasante Milieuverschiebung mit ebenso riesenhaften kriminellen Folgen. Wir erkennen daraus, daĂ die beste Kriminalpolitik stets eine gute Sozialpolitik sein wird.â
â
Exner als Kriminalsoziologe, 1926
:
âKrieg und Kriminalitätâ, S. 14
âWenn das (Exner hatte zuvor auf seiner Ansicht nach ârassischeâ Unterschiede der BevĂślkerungen Nord- und SĂźditaliens verwiesen) richtig ist, erledigen sich damit wohl die frĂźher betonten Beziehungen zum Klima. Es handelt sich eben um biologisch verschiedenartige Menschen mit sozial verschiedenartigem Verhalten.â
â
Exner als Kriminalanthropologe, 1939
:
âVolkscharakter und Verbrechenâ, S. 412
âSo hat die Straffälligkeit der Juden einige sehr deutliche Wesensmerkmale, und die Frage kann nur sein: Sind sie auf die Rasseeigenheiten des Juden zurĂźckzufĂźhren? Es ist dies von manchen verneint worden [âŚ]. In der Tat stimmt das Gesamtbild der jĂźdischen Straffälligkeit ganz auffallend mit den GrundzĂźgen des jĂźdischen Wesens Ăźberein. Wie die Juden sich in ihrem sozialen Verhalten mehr mit dem Kopf als mit der Hand betätigen, so ist es auch in ihrem antisozialen Verhalten. [âŚ] FĂźr die Annahme einer rassisch bedingten Kriminalität der Juden spricht auch der Umstand, daĂ die Juden in anderen Ländern eine ähnliche Straffälligkeit zu zeigen scheinen.â
â
Exner als Antisemit, 1944
:
âKriminalbiologieâ, 2. Aufl., S. 58 f.
âLombroso und seine Nachfolger sind [âŚ] zur Annahme eines anthropologischen Typus âVerbrecherâ gelangt. â Ein gut Teil dieser Beobachtungen hat einer NachprĂźfung nicht standgehalten. [âŚ] Der Begriff des Verbrechens entstammt der Wertwelt des Menschen, sein Inhalt wechselt nach VĂślkern und Zeiten. Daher ist es schlechthin unmĂśglich, AllgemeingĂźltiges Ăźber den KĂśrperbau âdes Verbrechersâ auszusagen. [âŚ] So sagt denn auch v. Rohden, daĂ âheutzutage so gut wie nichts von Lombrosos Verbrechermorphologie Ăźbrig geblieben istâ.â
â
Exner als Kritiker Lombrosos, 1944
:
âKriminalbiologieâ, 2. Aufl., S. 151 f.
Schriften
⢠Die Ehrbeleidigung durch falsche Anzeige. In: FĂźnf strafrechtliche Abhandlungen. Carl StooĂ gewidmet. Wien 1907, S. 58â75.
⢠Das Wesen der Fahrlässigkeit. Leipzig und Wien 1910.
⢠Was ist Kriminalpolitik? In: Ăsterreichische Zeitschrift fĂźr Strafrecht. 30, 1912, S. 275â282.
⢠Die Theorie der Sicherungsmittel. Berlin 1914.
⢠Die Kriminalpolitik des schweizerischen Strafgesetzentwurfes. In: Schweizerische Zeitschrift fĂźr Strafrecht. 30, 1917, S. 189â201.
⢠Gesellschaftliche und staatliche Strafjustiz. In: Zeitschrift fĂźr die gesamte Strafrechtswissenschaft. 40, 1919, S. 1â29.
⢠Ăber Gerechtigkeit im StrafmaĂ. TĂźbingen 1920.
⢠Die bessernden und sichernden MaĂregeln im deutschen Entwurf von 1919 unter MitberĂźcksichtigung des schweizerischen Entwurfs von 1918. In: Schweizerische Zeitschrift fĂźr Strafrecht. 34, 1921, S. 183â198.
⢠Gerechtigkeit und Richteramt. Leipzig 1922.
⢠Die psychologische Einteilung der Verbrecher. In: Schweizerische Zeitschrift fĂźr Strafrecht. 38, 1925, S. 1â22.
⢠Krieg und Kriminalität. Leipzig 1926.
⢠Zur Praxis der Strafzumessung. In: Monatsschrift fĂźr Kriminalpsychologie und Strafrechtsreform. 17, 1926, S. 365â374.
⢠Krieg und Kriminalität in Ăsterreich. Wien 1927.
⢠Der Vollzug der bessernden und sichernden MaĂnahmen. In: Lothar Frede, Max GrĂźnhut (Hrsg.): Reform des Strafvollzugs. Kritische Beiträge zu dem Amtlichen Entwurf eines Strafvollzugsgesetzes. Berlin, Leipzig 1927.
⢠Strafrecht und Moral. In: 44. Jahrbuch der Gefängnisgesellschaft der Provinz Sachsen und Anhalt. 1928, S. 19â44.
⢠Mord und Todesstrafe in Sachsen 1855â1927. In: Monatsschrift fĂźr Kriminalpsychologie und Strafrechtsreform. 20, 1929, S. 1â17.
⢠Das Borstal-System. In: Monatsschrift fĂźr Kriminalpsychologie und Strafrechtsreform. 21, 1930, S. 473â480.
⢠Referat: Die Bekämpfung des Berufsverbrechertums. In: Mitteilungen der Internationalen Kriminalistischen Vereinigung, Neue Folge. 5, 1931, S. 34â56.
⢠Zur klinischen Methode im kriminalwissenschaftlichen Unterricht. In: Monatsschrift fĂźr Kriminalpsychologie und Strafrechtsreform. 22, 1931, S. 613â616.
⢠Studien ßber die Strafzumessungspraxis der deutschen Gerichte. Leipzig 1931.
⢠Die Reichskriminalstatistik fĂźr 1930. In: Monatsschrift fĂźr Kriminalpsychologie und Strafrechtsreform. 24, 1933, S. 424â426.
⢠Development of the Administration of Criminal Justice in Germany. In: Journal of Criminal Law and Criminology. 24, 1933/1934, S. 248â259.
⢠Amerikanische Strafgesetzgebung gegen das Gewohnheitsverbrechertum. In: Monatsschrift fĂźr Kriminalpsychologie und Strafrechtsreform. 25, 1934, S. 436â440.
⢠Das System der sichernden und bessernden MaĂnahmen nach dem Gesetz vom 24. November 1933. In: Zeitschrift fĂźr die gesamte Strafrechtswissenschaft. 53, 1934, S. 629â655.
⢠Richter, Staatsanwalt und Beschuldigter im StrafprozeĂ des neuen Staates. In: Zeitschrift fĂźr die gesamte Strafrechtswissenschaft. 54, 1935, S. 1â14.
⢠Kriminalistischer Bericht Ăźber eine Reise nach Amerika. In: Zeitschrift fĂźr die gesamte Strafrechtswissenschaft. 54, 1935, S. 345â393 und S. 511â543.
⢠Kriminalsoziologie. In: A. Elster, H. Lingemann: HandwĂśrterbuch der Kriminologie. Band 2. Berlin, Leipzig 1936, S. 10â26.
⢠Aufgaben der Kriminologie im neuen Reich. In: Monatsschrift fĂźr Kriminalpsychologie und Strafrechtsreform. 27, 1936, S. 3â16.
⢠Bemerkungen zu Stumpfl: Erbanlage und Verbrechen. Kriminalistische Bemerkungen. In: Monatsschrift fĂźr Kriminalpsychologie und Strafrechtsreform. 27, 1936, S. 336â339.
⢠mit Johannes Lange: Die beiden Grundprobleme der Kriminologie. In: Monatsschrift fĂźr Kriminalpsychologie und Strafrechtsreform. 27, 1936, S. 353â374.
⢠Ăber RĂźckfall-Prognosen. In: Monatsschrift fĂźr Kriminalpsychologie und Strafrechtsreform. 27, 1936, S. 401â409.
⢠Die Prognose bei RĂźckfalls-Verbrechern. In: Mitteilungen der Kriminalbiologischen Gesellschaft. 5, 1937, S. 43â54.
⢠Bemerkungen zu dem vorstehenden Aufsatz von Dr. H. Trunk Ăźber âSoziale Prognosen an Strafgefangenenâ. In: Monatsschrift fĂźr Kriminalbiologie und Strafrechtsreform. 28, 1937, S. 227â230.
⢠Die Reichskriminalstatistik von 1934 und die Entwicklung der Kriminalität seit der nationalen Revolution. In: Monatsschrift fĂźr Kriminalbiologie und Strafrechtsreform. 29, 1938, S. 336â343.
⢠Die mittellosen Wanderer vor den Strafgerichten. In: Bayerischer Landesverband fĂźr Wanderdienst, MĂźnchen (Hrsg.): Der nichtseĂhafte Mensch. Ein Beitrag zur Neugestaltung der Raum- und Menschenordnung im GroĂdeutschen Reich. MĂźnchen 1938, S. 89â95.
⢠Volkscharakter und Verbrechen. In: Monatsschrift fĂźr Kriminalbiologie und Strafrechtsreform. 29, 1939, S. 404â421.
⢠Gutachten zum Thema: Organisation der Verbrechensvorbeugung in den verschiedenen Ländern. In: RĂśmischer KongreĂ fĂźr Kriminologie. Berlin 1939, S. 303â308.
⢠Kriminalbiologie. Hamburg 1939. 2. Auflage 1944. 3. Auflage: Kriminologie. Berlin 1949.
⢠Die Verordnung zum Schutz gegen jugendliche Schwerverbrecher. In: Zeitschrift fĂźr die gesamte Strafrechtswissenschaft. 60, 1941, S. 335â353.
⢠Wie erkennt man den gefährlichen Gewohnheitsverbrecher? In: Deutsche Justiz. 11, 1943, S. 377â379.
⢠Sinnwandel in der neuesten Entwicklung der Strafe. In: Festschrift fĂźr Eduard Kohlrausch. 1944, S. 24â43.
⢠Strafverfahrensrecht. Berlin, Heidelberg 1947.
Literatur
Ăber Franz Exner
⢠Edmund Mezger: Exner, Franz. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 4. Duncker & Humblot, Berlin 1959, ISBN 3-428-00185-0, S. 700 (deutsche-biographie.de).
⢠Karl Peters: Franz Exner. In: Ferdinand Elsener (Hrsg.): Lebensbilder zur Geschichte der TĂźbinger Juristenfakultät. TĂźbingen 1977, S. 153â164.
⢠Ina Pfennig: Kriminalbiologie im Nationalsozialismus â Das Beispiel Franz Exner. In: Hermann Nehlsen, Georg Brun (Hrsg.): MĂźnchner rechtshistorische Studien zum Nationalsozialismus. Frankfurt am Main, Berlin, Bern, New York, Paris, Wien 1996, S. 225â255. ISBN 978-3-631-30988-9.
⢠Sebastian Scheerer, Doris Lorenz: Zum 125. Geburtstag von Franz Exner (1881â1947). In: Monatsschrift fĂźr Kriminologie und Strafrechtsreform. 89, 2006, S. 436â454.
⢠Andrea Elisabeth Sebald: Der Kriminalbiologe Franz Exner (1881â1947). Gratwanderung eines Wissenschaftlers durch die Zeit des Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-631-57975-6.
⢠Walter Fuchs: Franz Exner (1881â1947) und das Gemeinschaftsfremdengesetz. Zum Barbarisierungspotenzial moderner Kriminalwissenschaft. Lit, Berlin 2009, ISBN 978-3-8258-1990-3.
⢠Thorsten Kruwinnus: Das enge und das weite Verständnis der Kriminalsoziologie bei Franz Exner. Eine vergleichend-werkimmanente Vorstudie. Lit, Berlin 2009, ISBN 978-3-643-10162-4.
⢠Doris Lorenz, 145 Jahre Exnerei: Familie und Leben des Strafrechtlers und Kriminologen Franz Exner (1881-1947) ; eine biographische Skizze (Universität Hamburg, Dissertation (2013))
Zur Geschichte der Kriminologie und zur Strafrechtsgeschichte
⢠Eberhard Schmidt: Einfßhrung in die Geschichte der deutschen Strafrechtspflege. 3. Auflage (2. unveränderter Nachdruck), GÜttingen 1995, ISBN 978-3-525-18101-0
⢠Franz Streng: Der Beitrag der Kriminologie zu Entstehung und Rechtfertigung staatlichen Unrechts im Dritten Reich. In: Monatsschrift fĂźr Kriminologie und Strafrechtsreform. 76, 1993, S. 141â168.
⢠Richard F. Wetzell: Inventing the Criminal. A History of German Criminology 1880â1945. Chapel Hill, London 2000, ISBN 0-8078-2535-2
⢠Imanuel Baumann: Dem Verbrechen auf der Spur. Eine Geschichte der Kriminologie und Kriminalpolitik in Deutschland 1880â1980. GĂśttingen 2006, insbesondere S. 55â113, ISBN 978-3-8353-0008-8
Weblinks
⢠Literatur von und ßber Franz Exner im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Franz Exner im Professorenkatalog der Universität Leipzig
Einzelnachweise
cite-note-11. â Irmgard Smidt (Hrsg.): Aus Gottfried Kellers glĂźcklicher Zeit. Der Dichter im Briefwechsel mit Marie Exner und Adolf Exner. Stäfa, Gut, Berlin 1981.
cite-note-22. â Vgl. zu dieser vielen weiteren biographischen Details, soweit nicht anders belegt: Sebastian Scheerer und Doris Lorenz: Zum 125. Geburtstag von Franz Exner. In: Monatsschrift fĂźr Kriminologie und Strafrechtsreform. 89 (2006), S. 436â454 und Andrea Elisabeth Sebald: Der Kriminalbiologe Franz Exner. Gratwanderung eines Wissenschaftlers durch die Zeit des Nationalsozialismus, Frankfurt a. M. 2008.
cite-note-33. â Doris Lorenz, 145 Jahre Exnerei: Familie und Leben des Strafrechtlers und Kriminologen Franz Exner (1881-1947); eine biographische Skizze (Universität Hamburg, Dissertation (2013)), s. 151.
cite-note-44. â Doris Lorenz: 145 Jahre âExnereiâ. Familie und Leben des Strafrechtlers und Kriminologen Franz Exner (1881â1947). Eine biographische Skizze. Diss. Hamburg 2013, S. 257â289.
cite-note-55. â Andrea Elisabeth Sebald: Der Kriminalbiologe Franz Exner (1881â1947). Gratwanderung eines Wissenschaftlers durch die Zeit des Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2008, S. 42â43.
cite-note-66. â Doris Lorenz: 145 Jahre âExnereiâ. Familie und Leben des Strafrechtlers und Kriminologen Franz Exner (1881â1947). Eine biographische Skizze. Diss. Hamburg 2013, S. 177â186.
cite-note-77. â Andrea Elisabeth Sebald: Der Kriminalbiologe Franz Exner (1881â1947). Gratwanderung eines Wissenschaftlers durch die Zeit des Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2008, S. 57, 62â70.
cite-note-88. â Andrea Elisabeth Sebald: Der Kriminalbiologe Franz Exner (1881â1947). Gratwanderung eines Wissenschaftlers durch die Zeit des Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2008, S. 67â70, 325â326.
cite-note-99. â Zur Verfolgung jĂźdischer Mischlinge siehe Beate Meyer: JĂźdische Mischlinge. Rassenpolitik und Verfolgungserfahrung 1933-1945. Hamburg 3. Aufl. 2007 pp.
cite-note-1010. â Andrea Elisabeth Sebald: Der Kriminalbiologe Franz Exner (1881â1947). Gratwanderung eines Wissenschaftlers durch die Zeit des Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2008, S. 69â70.
cite-note-1111. â Sebastian Scheerer, Doris Lorenz: Zum 125. Geburtstag von Franz Exner (1881â1947). In: Monatsschrift fĂźr Kriminologie und Strafrechtsreform. 89, 2006, S. 436â454, S. 447.
cite-note-1212. â Imanuel Baumann: Dem Verbrechen auf der Spur, Eine Geschichte der Kriminologie und Kriminalpolitik in Deutschland 1880â1980. GĂśttingen 2006, S. 96.
cite-note-1313. â BezĂźglich der Einordnung Exners als âLiszt-SchĂźlerâ vgl. Monika Frommel: Präventionsmodelle in der deutschen Strafzweck-Diskussion â Beziehungen zwischen Rechtsphilosophie, Dogmatik, Rechtspolitik und Erfahrungswissenschaften. Berlin 1987, insbesondere S. 25â31 und S. 83.
cite-note-1414. â Thorsten Kruwinnus, Das enge und das weite Verständnis der Kriminalsoziologie bei Franz Exner. Eine vergleichend werkimmanente Vorstudie, Berlin 2009, S. 8
cite-note-1515. â Vgl. hierzu Franz Exner: Die Theorie der Sicherungsmittel. Berlin 1914.
cite-note-1616. â Franz Exner, Kriminalbiologie, 2. Aufl., Hamburg 1944, S. 35.
cite-note-1717. â vgl. Franz Exner: Krieg und Kriminalität. Leipzig 1926, S. 14: âDer Krieg war die denkbar stärkste Bestätigung dafĂźr, welch Ăźberwiegenden EinfluĂ (âŚ) das Milieu auf die Verbrechensentwicklung hat (âŚ).â
cite-note-1818. â Richard Wetzell: Inventing the Criminal, A History of German Criminology 1880â1945. Chapel Hill / London 2000, S. 116: â[Exner was] Germanyâs preeminent criminal sociologistâ.
cite-note-1919. â Thorsten Kruwinnus: Das enge und das weite Verständnis der Kriminalsoziologie bei Franz Exner. Eine vergleichend werkimmanente Vorstudie, Berlin 2009, S. 69.
cite-note-2020. â Vgl. Richard Wetzell: Inventing the Criminal, Chapel Hill und London 2000, S. 116: âA remarkably broad conceptionâ.
cite-note-kriminalsoziologie-2121. â Franz Exner: Kriminalsoziologie. In: A. Elster, H. Lingemann (Hrsg.): HandwĂśrterbuch der Kriminologie. Band 2, Berlin und Leipzig 1936, S. 10â26, S. 10 f.
cite-note-2222. â Vgl. hierzu Thorsten Kruwinnus, Das enge und das weite Verständnis der Kriminalsoziologie bei Franz Exner. Eine vergleichend werkimmanente Vorstudie, Berlin 2009, S. 28 ff.
cite-note-2323. â Vgl. z. B. Franz von Liszt: Strafrechtliche Aufsätze und Vorträge, Zweiter Band, Berlin 1905, S. 78: âIch verstehe unter Kriminal-Soziologie die wissenschaftliche Erforschung des Verbrechens als einer sinnfälligen Erscheinung [âŚ]. In diesem Sinne schlieĂt, was ich hier wohl nicht weiter auszufĂźhren brauche, der Ausdruck die sogenannte Kriminal-Anthropologie in sich.â
cite-note-2424. â Wilhelm Sauer: Kriminalsoziologie, Berlin 1933, S. VI.
cite-note-2525. â Thorsten Kruwinnus: Das enge und das weite Verständnis der Kriminalsoziologie bei Franz Exner. Eine vergleichend werkimmanente Vorstudie, Berlin 2009, S. 41â44.
cite-note-2626. â Richard Wetzell: Inventing the Criminal â A History of German Criminology, 1880â1945. Chapel Hill und London 2000, S. 116.
cite-note-2727. â Thorsten Kruwinnus: Das enge und das weite Verständnis der Kriminalsoziologie bei Franz Exner. Eine vergleichend werkimmanente Vorstudie. Berlin 2009, S. 49â52.
cite-note-2828. â Franz Exner, Kriminalistischer Bericht Ăźber eine Reise nach Amerika. In: Zeitschrift fĂźr die gesamte Strafrechtswissenschaft. 54, 1935, S. 345â393 und S. 511â543, S. 517.
cite-note-2929. â Thorsten Kruwinnus: Das enge und das weite Verständnis der Kriminalsoziologie bei Franz Exner. Eine vergleichend-werkimmanente Vorstudie. Lit, Berlin 2009, S. 53.
cite-note-kriminalbiologie-3030. â Vgl. z. B. Franz Exner: Kriminalbiologie. 2. Auflage. Hamburg 1944, S. 11.
cite-note-3131. â Franz Exner: Kriminalsoziologie. In: A. Elster, H. Lingemann (Hrsg.): HandwĂśrterbuch der Kriminologie. Band 2, Berlin und Leipzig 1936, S. 10â26, S. 26.
cite-note-3232. â Franz Exner: Kriminalbiologie. 2. Auflage. Hamburg 1944, S. 16.
cite-note-3333. â Max Weber; Winckelmann, Johannes (Hrsg.) (1972): Wirtschaft und Gesellschaft. Studienausgabe. FĂźnfte Auflage. TĂźbingen: Mohr-Siebeck 1972, S. 9. Die Parallelisierung zu Webers Ausspruch wird vorgenommen durch: Thorsten Kruwinnus: Das enge und das weite Verständnis der Kriminalsoziologie bei Franz Exner. Eine vergleichend werkimmanente Vorstudie. Berlin 2009, S. 98f.
cite-note-3434. â Thorsten Kruwinnus: Das enge und das weite Verständnis der Kriminalsoziologie bei Franz Exner. Eine vergleichend werkimmanente Vorstudie, Berlin 2009, S. 105.
cite-note-3535. â Vgl. Karl Larenz: Deutsche Rechtserneuerung und Rechtsphilosophie. TĂźbingen 1934; Hans Welzel: Naturalismus und Wertphilosophie im Strafrecht. Mannheim-Berlin-Leipzig 1935, insbesondere S. 41 ff.; Georg Dahm: Verbrechen und Tatbestand. In: Karl Larenz (Hrsg.): Grundfragen der neuen Rechtswissenschaft. Berlin 1935, S. 62â107.
cite-note-3636. â Franz Exner: Gerechtigkeit und Richteramt. Meiner, Leipzig 1922, S. 20.
cite-note-3737. â Vgl. Franz Exner: Strafrecht und Moral. In: 44. Jahrbuch der Gefängnisgesellschaft der Provinz Sachsen und Anhalt. 1928, S. 29.
cite-note-3838. â Franz Exner: Die Theorie der Sicherungsmittel. Berlin 1914, S. 25 ff.
cite-note-3939. â Vgl. hierzu Exners Aufsatz Was ist Kriminalpolitik. In: Ăsterreichische Zeitschrift fĂźr Strafrecht. 1912, S. 275â282.
cite-note-4040. â Letztmals explizit in diesem Sinne Exner: Sinnwandel in der neuesten Entwicklung der Strafe. In: Festschrift fĂźr Eduard Kohlrausch. 1944, S. 24â43.
cite-note-exner-1944-32-4141. â Vgl. statt vieler Belege: Franz Exner: Kriminalbiologie, 2. Auflage. Hamburg 1944, S. 32â39.
cite-note-4242. â Edmund Mezger: Kriminalbiologie (Rezension). In: Zeitschrift der Akademie fĂźr Deutsches Recht. (1940), S. 29â30.
cite-note-4343. â Hellmut v. Weber: Franz Exner, Kriminalbiologie in ihren GrundzĂźgen (Rezension). In: Zeitschrift fĂźr die gesamte Strafrechtswissenschaft. 59 (1940), S. 681â685.
cite-note-4444. â Vgl. nur die AusfĂźhrungen der ansonsten Exner gegenĂźber durchaus kritisch eingestellten Ina Pfennig in: Kriminalbiologie im Nationalsozialismus â Das Beispiel Franz Exner. In: Hermann Nehlsen, Georg Bruhn (Hrsg.): MĂźnchner rechtshistorische Studien zum Nationalsozialismus. Frankfurt a. M. u. a. 1996, S. 225â255, hier S. 254.
cite-note-4545. â Franz Exner: Die Aufgaben der Kriminologie im âneuen Reichâ. In: Monatsschrift fĂźr Kriminalpsychologie und Strafrechtsreform. 27 (1936), S. 1 ff.
cite-note-4646. â Franz Exner: Volkscharakter und Verbrechen. In: Monatsschrift fĂźr Kriminalbiologie und Strafrechtsreform. 29 (1939), S. 404â421.
cite-note-4747. â Franz Exner: Kriminalbiologie. 2. Auflage. Hamburg 1944, S. 43â44. Exner betont hier etwas stärker als im Aufsatz Volkscharakter und Verbrechen den verwickelten âAnlage-Umwelt-Aspektâ des Problems.
cite-note-4848. â Richard Wetzell: Inventing the Criminal. A History of German Criminology 1880â1945. Chapel Hill und London 2000, S. 214; Karl Peters: Franz Exner. 1881â1947. In: Ferdinand Elsener (Hrsg.): Lebensbilder zur Geschichte der TĂźbinger Juristenfakultät. TĂźbingen 1977, S. 153â164, S. 162 ff.
cite-note-4949. â Franz Exner: Kriminalbiologie. 2. Auflage. Hamburg 1944, S. 12â14.
cite-note-5050. â Hans Walter Gruhle: Die Erforschung und Behandlung des Verbrechens in den Jahren 1938â1940. In: Fortschritte der Neurologie, Psychiatrie und ihrer Grenzgebiete 14 (1942), S. 123â168, hier S. 124.
cite-note-5151. â Dies betont auch Karl Peters, in: Karl Peters: Franz Exner. 1881â1947. In: Ferdinand Elsener (Hrsg.), Lebensbilder zur Geschichte der TĂźbinger Juristenfakultät. TĂźbingen 1977, S. 153â164, hier S. 162.
cite-note-5252. â Franz Exner: Kriminalbiologie. 2. Auflage. Hamburg 1944, S. 20.
cite-note-5353. â Vgl. nur Franz Exner: Kriminalbiologie. 2. Auflage. 1944, S. 31 ff., insb. S. 33: Das Verhältnis von Anlage und Umwelt ist also durch ein âsowohl als auchâ gekennzeichnet, nicht durch ein striktes âentweder-oderâ [âŚ].
cite-note-5454. â Richard Wetzell: Inventing the Criminal. A History of German Criminology 1880â1945. Chapel Hill / London 2000, S. 216.
cite-note-j-nschke-5555. â Volker BerbĂźsse: Das Bild âder Zigeunerâ in deutschsprachigen kriminologischen LehrbĂźchern seit 1949. Eine erste Bestandsaufnahme. (PDF; 356 kB) In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Jahrbuch fĂźr Antisemitismusforschung, Bd. 1, Frankfurt a. M. 1992, S. 117â151.
cite-note-5656. â Franz Exner: Kriminologie. 3. Auflage. Berlin-GĂśttingen-Heidelberg 1949, S. 115.
cite-note-5757. â Vgl. nur Franz Exner: Kriminalbiologie, 2. Auflage. 1944, S. 126â253 (âDer Täterâ), wo Exner allein auf das individuelle Erbgut des Täters eingeht, ohne das Konzept der âRasseâ nur zu benutzen.
cite-note-5858. â Zu den EntwĂźrfen fĂźr ein Gemeinschaftsfremdengesetz vgl. Wolfgang AyaĂ (Bearb.): âGemeinschaftsfremdeâ. Quellen zur Verfolgung von âAsozialenâ 1933â1945, Koblenz 1998.
cite-note-conde-5959. â Francisco MuĂąoz-Conde: Edmund Mezger und das Strafrecht seiner Zeit. (PDF, S. 9â14, S. 11. (Memento vom 22. Juli 2007 im Internet Archive))
cite-note-jg-6060. â Kai Naumann: Strafvollzug im Dritten Reich und danach. (Memento vom 16. Dezember 2004 im Internet Archive)
cite-note-6161. â MuĂąoz-Conde zufolge war der Arbeitsentwurf fĂźr das âGemeinschaftsfremdengesetzâ âin erster Linie Mezgers Werkâ (Francisco MuĂąoz-Conde: Die andere Seite des Edmund Mezger: Seine Mitwirkung am Entwurf des âGemeinschaftsfremdengesetzesâ (1940â1944). In: Jahrbuch der juristischen Zeitgeschichte Bd. 3. Baden-Baden 2001/2002, S. 237â258, S. 244).
cite-note-6262. â Sebastian Scheerer, Doris Lorenz: Zum 125. Geburtstag von Franz Exner. In: Monatsschrift fĂźr Kriminologie und Strafrechtsreform 89 (2006), S. 436â455, hier S. 449.
cite-note-6363. â Doris Lorenz, Sebastian Scheerer: Zum 125. Geburtstag von Franz Exner. S. 450.
cite-note-6464. â Walter Fuchs: Franz Exner (1881â1947) und das Gemeinschaftsfremdengesetz. Zum Barbarisierungspotenzial moderner Kriminalwissenschaft. Lit, Berlin 2009, S. 81 ff.
cite-note-6565. â Brief des Ministerialrats Rietsch vom 24. Mai 1943, in: BArch, R 22 / 943; der konkrete Brief vom 24. Mai 1943: [Bl. 333] 12/3-VIIIa² 916/43 (333) (346).
cite-note-6666. â Diese VorwĂźrfe erhob vor allem Franz Streng. Explizit Franz Streng: Der Beitrag der Kriminologie zu Entstehung und Rechtfertigung staatlichen Unrechts im Dritten Reich. In: Monatsschrift fĂźr Kriminologie und Strafrechtsreform. 76 (1993), S. 141â168, S. 162 f. Vgl. auch Marlies DĂźrkop: Zur Funktion der Kriminologie im Nationalsozialismus. In: Udo Reifner, B. R. Sonnen (Hrsg.): Strafjustiz und Polizei im Dritten Reich. Frankfurt a. M. u. New York 1984, S. 97â120 sowie die Einschätzung Ina Pfennigs, in: Ina Pfennig: Kriminalbiologie im Nationalsozialismus â Das Beispiel Franz Exner. In: Hermann Nehlsen, Georg Bruhn (Hrsg.): MĂźnchner rechtshistorische Studien zum Nationalsozialismus. Frankfurt a. M. u. a. 1996, S. 225â255, die jedoch ebenfalls (auf S. 254) herausstellt, dass Exner niemals einen einseitig kriminalbiologischen Standpunkt eingenommen habe.
cite-note-6767. â Ina Pfennig: Kriminalbiologie im Nationalsozialismus â Das Beispiel Franz Exner. In: Hermann Nehlsen, Georg Bruhn (Hrsg.): MĂźnchner rechtshistorische Studien zum Nationalsozialismus. Frankfurt a. M. u. a. 1996, S. 225â255, S. 254.
cite-note-6868. â Richard Wetzell: Inventing the Criminal â A History of German Criminology, 1880â1945. Chapel Hill / London 2000, S. 220, 221.
cite-note-6969. â Imanuel Baumann: Dem Verbrechen auf der Spur. Eine Geschichte der Kriminologie und Kriminalpolitik in Deutschland 1880â1980. GĂśttingen 2006, S. 93.
cite-note-7070. â Imanuel Baumann: Dem Verbrechen auf der Spur. Eine Geschichte der Kriminologie und Kriminalpolitik in Deutschland 1880â1980. S. 96.
cite-note-711. In der dritten Auflage seines Hauptwerkes, die posthum 1949 erschien, hatte Exner diese Passagen kommentarlos entfernt. Eine Erklärung hierfßr wurde von der kriminologiehistorischen Forschung bislang noch nicht erbracht.